In „Das Glück meiner Mutter“ nimmt uns der Protagonist mit in die Toskana, wo er vom Alltag entspannt, die großen Beziehungen seines Lebens Revue passieren lässt und eine Überraschung erlebt – eine ruhige, genussvolle Geschichte mit Tiefgang, bei der auch Italienfans auf ihre Kosten kommen.
Der Schriftsteller Phillip Dorn lebt nach der Trennung von Bettina allein in Nürnberg. Seine engste Beziehung ist die Freundschaft mit der Nachbarin und ihrer Tochter. Nach arbeitsreichen Wochen und der Abgabe zweier Manuskripte belohnt er sich mit einem neuen Auto und einer Reise in die Toskana. Dort mietet er ein Ferienhaus, macht Ausflüge und lebt in den Tag, wie es ihm gefällt. Immer wieder erfahren wir auf einer zweiten Zeitebene, wie der Erzähler die Vergangenheit und seine wichtigsten Beziehungen Revue passieren lässt – vor allem die Beziehung zu seiner Mutter, für deren Glück beziehungsweise Unglück er sich verantwortlich fühlt.
Mir selbst geht die Frage oft durch den Kopf, wie weit die Verantwortung von Eltern und Kindern füreinander geht. Was dürfen Eltern von ihren Kindern erwarten? Und wie sieht es umgekehrt aus, wie weit geht die Verantwortung von Kindern für ihre Eltern? Und welche Fragen darf man einander stellen? Die Mutter des Autors stellt ihm im Kindesalter eine Frage, die ihn überfordert, die Konsequenzen der Antwort trägt er ein halbes Leben lang schmerzhaft mit sich herum. In „Das Glück meiner Mutter“ lässt der Autor die Handlung ruhig dahin plätschern, ohne dass sie jemals langweilig wird. Dabei nutzt er eine gewohnt schöne, klassische Sprache. Von Anfang an bin ich tief eingetaucht und wollte mich dem Erzählstrom nicht mehr entziehen. Eine große Frage, die mit dem Leben der Mutter des Erzählers und somit auch seinem eigenen Leben zusammenhängt, löst sich am Ende überraschend auf – das einzige Manko für mich, da der Schluss etwas konstruiert wirkt. Aber die Frage, die damit zusammenhängt, die bleibt: nämlich nach der Verantwortung für das Glück seiner Mutter. Was realistisch ist, da es sich um die universelle Frage nach der Verantwortung für das Glück der Eltern handelt, die der Autor anhand eines (recht krassen) Beispiels stellt. Ein Roman, der aufwühlt, tröstet und zugleich bereichert.
Wunderbar geschrieben wie immer, eine Mutter hat oder hatte ein Jeder, und egal wie die Beziehung war hat oder musste man sich mit der Verantwortung beschäftigen, bei einer Mutter wie meiner hat sie uns Kinder von sich aus soweit möglich aus der Verantwortung gezogen, eher hat sie sich ein Leben lang verantwortlich gefühlt, dies hat sie sich auch nicht nehmen lassen da wir Kinder mit das Wichtigste im Leben waren.